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Der Ursprung der Erdbeeren
Als der erste Mann geschaffen und ihm eine
Frau zugesellt war, lebten die beiden eine Zeitlang sehr glücklich
miteinander. Dann begannen sie aber zu zanken, bis schließlich die Frau
den Mann verließ und nach Nundagunýi, dem Land der Sonne im Osten zog.
Der Mann folgte ihr einsam und grämte sich, aber die Frau marschierte
stur geradeaus, ohne sich auch nur einmal umzusehen. Da bekam Une´lanun´hi
der große Verteiler (die Sonne), Mitleid mit ihm und fragte ihn, ob er
zornig auf seine Frau wäre. Er sagte, er sei es nicht mehr, und als Une´lanun´hi
fragte, ob er sie gerne wieder hätte, antwortete er eifrig mit
"Ja!".
So ließ Une´lanun´hi Büsche voll mit den
besten reifen Heidelbeeren entlang des Weges vor der Frau wachsen, aber
sie ging vorüber, ohne ihnen auch nur einen Blick zu schenken. Er schuf
auch Brombeergebüsch, aber auch dieses nahm sie nicht wahr. Andere Früchte,
eine, zwei, drei, und dann einige Bäume, die über und über mit
wunderschönen roten Beeren bedeckt waren, setzte er entlang ihres
Weges, um sie aufzuhalten, aber sie ging weiter, bis sie plötzlich vor
sich einen Flecken mit reifen Erdbeeren erblickte, die ersten, die ein
Mensch kennen lernte. Sie hielt an um einige abzureißen und zu essen.
Als sie die Beeren pflückte, drehte sie ihr Gesicht nach Westen, und in
diesem Moment überkam sie die Erinnerung an ihren Mann. Sie war unfähig,
noch weiter zu gehen. Sie setzte sich nieder, doch je länger sie
wartete, desto größer wurde die Sehnsucht nach ihrem Mann. Schließlich
ergriff sie ein Bündel der besten Erdbeeren und rannte den Weg zurück,
um sie ihm zu bringen. Er traf sie voller Freude, und zusammen kehrten
sie nach Hause zurück.
(Mythen der Cherokee, Verlag Clemens Zerling)
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