Traurig - aber wahr  
 

Gesehen in der Stuttgarter Zeitung, April 2002

Give-away

Kürzlich nach einem Festakt: die Reden sind gehalten, das Büfett abgeräumt. Man geht - und bekommt am Ausgang ein kleines Päckchen. „Was ist das, bitte?", fragt man misstrauisch. „A klois Giffawej halt", spricht die Dame. Wie bitte? Ein Give Away ist das, was man früher ein kleines Abschiedspräsent, ein Werbegeschenk genannt hat. Klingt aber offenbar zu popelig.' Deshalb hat es einen anderen Namen bekommen, der global klingt. Aber, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen billig. Denn eine Sache, die man awaygifft, gibt man weg, fort, dahin, auf. Andre Heller, der Wiener Chansonier. hat einmal gesagt, im Ausdruck „einen Brief aufgeben" liege die ganze Hoffnungslosigkeit des Briefautors gegenüber der Post. Es ist wie beim Give-away, das eben eine Art von gehobenem Wegschmeißerle ist.

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Give Away

Der Schreiber dieses Artikels hat mindesten ebenso wie die "Dame" über etwas gesprochen, das vorher nie mit seiner eigentlichen Bedeutung erfasst wurde.

Wie so oft wird aus dem "Indianischen" etwas kopiert, verdreht und falsch verwendet.

Der soziale Aspekt der hinter einem "Verschenke-Fest" steht wird dabei gänzlich vergessen oder entstellt. Ehren volle "Give Away" ist zum Werbegeschenk abgewertet worden.

Mehr dazu unter der Ruprik "Pow Wow" auf dieser Homepage.

 
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